Daniel
vor 10 Monaten

*pieeep* - Wenn Autonamen Schief laufen!

“Schatz, wir sind schwanger.” - Diese Worte sorgen oftmals für Schweißperlen auf der Stirn. Ist dann erstmal das Kinderzimmer eingerichtet, kommt es dann zur nächsten nervenaufreibenden Frage - “Wie soll das Kind denn heißen?”. Eltern sind bei dieser Frage nicht auf sich allein gestellt, so gibt es ganze Bücher voll mit Namen und deren Bedeutungen, die als Inspiration dienen.

Als Autobauer hat man es da schon ein bisschen schwieriger. Ist die Idee eines neuen Modells erst einmal geboren, kommt im nächsten Schritt die Namensfindung. Anmutig, stark, ausdrucksvoll und kraftvoll soll er klingen und auch das Gefühl des neuen Autos verkörpern. So weit so gut, oder nicht?! - Eben nicht, denn bei der Suche nach dem Namen müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Verkörpert der Name das Gefühl des Autos? Ist der Name rechtlich geschützt? Wie wird der Name in verschiedenen Regionen ausgesprochen? Und was bedeutet der Name eigentlich in anderen Sprachen?

Letzteres wird oftmals zu wenig beachtet - was für uns belustigend ist, kann für Autohersteller oft zum Verhängnis werden und über Erfolg oder Misserfolg des Modells entscheiden und ein Modell schnell zum Ladenhüter machen. Nachfolgend findet ihr einige Kandidaten, bei denen die Recherche zum Namen eher semi-erfolgreich war.


Lamborghini Reventon

Lamborghini - Dieser Name steht für Ästhetik und lässt Herzen von Autoliebhabern rund um den Globus höher schlagen. Als Lamborghini dann 2007 auf der IAA das Modell “Reventon” vorgestellt hat, haben viele wohl nicht schlecht gestaunt. Auslöser des Staunens war aber nicht der Preis von rund 1.000.000€ sondern wohl auch der Name, da “Reventon” auf spanisch soviel wie Reifenpanne oder Plattfuss bedeutet. Schaden für Lamborghini? - Fehlanzeige, von den 22 hergestellten Exemplare wurden 20 verkauft, ein Exemplar steht im Lamborghini Museum und ein weiteres Exemplar wurde für Testzwecke genutzt. 


Mazda Laputa

Ebenfalls für die spanischsprachigen Märkte eher ungeeignet, war der von 1999 bis 2006 angebotene Kleinstwagen “Laputa” von Mazda. Ob der Name schuld ist, dass dieser Wagen nur in Japan verfügbar war, ist leider nicht bekannt. Allerdings hätte sich der “Laputa” (spanisch für: die Hure) im spanischsprachigen Raum wohl auch nur schwer vermarkten lassen.


Mitsubishi Pajero

Wir bleiben beim spanisch-japanischen Konflikt, auch Mitsubishi musste bereits erfahren, dass die spanische Sprache gefährliches Terrain ist. So musste der Pajero, der sich inzwischen bereits in der 4. Generation befindet und seit 1982 produziert wird, für den spanischsprachigen Raum und auch Nordamerika umbenannt werden. Da “Pajero” in der spanischen Vulgärsprache “Wichser” bedeutet, wird der Pajero dort unter dem Namen “Montero” angeboten.


Ford Kuga

Bei diesem SUV von Ford sollte man meinen, man hat alles richtig gemacht?! - Denkste! Allen kreativen Köpfen bei Ford zum Trotz, die bei dieser angeblichen Wortschöpfung mitgewirkt haben. Kuga soll laut Ford für Robustheit stehen und besonders leicht einprägsam sein, was auch gut sein kann. Jedoch sorgt dieses Auto, beim Klang des Namens zumindest, in Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina wohl eher für Angst und Schrecken, denn “kuga” bedeutet auf serbokroatisch “die Pest”.


Audi e-tron

Doch auch die so oft gelobte deutsche Autoindustrie ist nicht immer gefeit vor Patzern bei der Namenswahl. Bei “e-tron” handelt es sich nicht um einen Modellnamen, sondern wurde hier gleich eine ganze Produktlinienmarke benannt (vergleichbar mit der “Quattro”-Reihe für Audis Allradantriebe). Mit “e-tron” werden bei Audi die Plugin-Hybrid Modelle bezeichnet, in Frankreich allerdings werden mit “etron” leider nur “Kothaufen” bezeichnet. 


Honda Jazz

Was ist so verkehrt an Jazz, wird sich manch einer jetzt fragen. Die Antwort lautet: Nichts. Die Tatsache, dass dieses Auto allerdings “Jazz” heißt, ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass der eigentliche Name für Europa bzw. dem skandinavischen Raum absolut nicht in Betracht kam. So sollte der Honda Jazz ursprünglich unter dem Namen “Fitta” international angeboten werden. Dieses Vorhaben hat man schnell wieder begraben, nachdem sich herausstellte, dass “Fitta” im skandinavischen Raum eine vulgäre Bezeichnung für “Vagina” ist. In Japan, China und auf dem amerikanischen Kontinent wird der Jazz übrigens als “Fit” vertrieben.


Toyota MR2

Wie umgeht man also all diese Fettnäpfchen? Nehmen wir einfach eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen! - MÖÖP. Leider auch falsch, denn dass dieser Ansatz auch mächtig in die Hose gehen kann, hat Toyota mit dem MR2 erfahren müssen. Dieser kleine Flitzer wurde von 1984-2007 produziert und verkauft. Allerdings in Frankreich nicht unter dem Namen “MR2” sondern “MR”. Spricht man nämlich “MR2” französisch aus (ɛm ɛʀ ˈdø), so ist eine große Ähnlichkeit zu dem französischen Wort “merde” unverkennbar, was übersetzt “Scheiße” bedeutet. 


Rolls Royce Silver Shadow

Deutsche Sprache, schwere Sprache! Ja, das stimmt. Auch die deutsche Sprache kann schnell zu einem Bumerang werden. So wollte man anfänglich den Silver Shadow von Rolls Royce als “Silver Mist” verkaufen. Wörtlich übersetzt bedeutet “Silver Mist” nichts anderes als “silberner Nebel”, was auch zugegebenermaßen mystisch und ästhetisch klingt. Die deutsche Bedeutung jedoch ist halt einfach nur “Mist”. Dies hat auch Rolls Royce schnell erkannt, daher kann man sich heute statt in den “Mist” dann doch lieber in den “Silver Shadow” setzen.


Vor dem Hintergrund der Fehlgriffe bei den Namen dieser Autos, sind wir bei unserer Flotte auf Nummer sicher gegangen. Mit unseren Golfs, Adams, 1er oder Minis habt ihr in keiner Sprache Probleme ;-). 

Also jetzt anmelden und einen guten Eindruck hinterlassen.